„Philipp Hympendahl ist anstrengend. Er will immer mehr, er wird auch mal ungemütlich und ärgert sich am laufenden Band. Ja, es ist eine Supersache, mit Philipp zusammenzuarbeiten. Denn er ist einfach nicht zufrieden."
Tim Farin, Journalist, häufiger Begleiter

So lange Philipp Hympendahl fotografiert, so lange macht er das schon mit einem eigenen Anliegen: nicht das Vorhandene imitieren, sondern eigene Wege gehen und hart daran arbeiten, dass neue Ideen sich zum Bild entwickeln. Es ist ein Weg, der große Risiken des Scheiterns und Nichtgelingens bereithält. Hympendahl strebt nach einer „visuellen Entschleunigung“, die er mit ungewöhnlichen Bildern erreicht – Bilder, die ihre Betrachter länger hinschauen lassen als es heute gemeinhin üblich ist.

Sein Werkzeug: eine 6×17-Panorama-Rollfilm-Kamera. Sie bietet nur vier Bilder auf einem Film. In manchen Situationen schafft Hympendahl es nicht einmal, den Film zu wechseln. Er lebt also davon, den Moment zu spüren – auch eine Erfahrungssache.

Bis das Fahrerfeld naht, muss er sich gut überlegt haben, was und wie er fotografieren wird. Dann geht alles sehr schnell und seine Kamera ist genau in diesem Moment sehr langsam. Es ist die Langsamkeit, mit der man Dauerhaftes schafft.

Es passt zu Hympendahl´s Grundidee, dass er eine Kamera nutzt, deren sämtliche Eigenschaften für Sport- und besonders für die Radsportfotografie eigentlich ungeeignet sind. Der Ausschuss ist enorm hoch. Aber wenn ein Bild gelingt, ist es besonders und einzigartig, es besitzt eine ganz eigene Stimmung und Qualität.

Das zeigt sich im Endprodukt. Anstelle von Pixeln haben seine Bilder ein Korn, und aufgrund des großen Film-Formats können Abzüge in bis zu drei Metern Breite angefertigt werden.

Auch in der Weiterverarbeitung ist diese Technik extrem aufwändig, tagesaktuell arbeiten kann er nicht. Hympendahl muss seine Filme zunächst entwickeln, dann scannen und im Anschluss aufwändig in den Look bringen, der seiner Interpretation der erlebten Situation entspricht.

Wenn niemand mehr über das Rennen spricht, Fahrer und Fotografen längst woanders um die Wette rasen, erst dann sind seine Bilder fertig.

Warum macht er das? Warum arbeitet er im digitalen Zeitalter so altmodisch und umständlich?

Hympendahl ist überzeugt, dass durch die moderne Technik zwar vieles möglich geworden ist, dass aber nicht alles auch wirklich besser ist. Je größer die vermeintliche Perfektion der überall gezeigten Bilder, desto größer – so sieht er es – ist der Wunsch der Menschen nach abseitigen, tieferen Bildern. Mit seiner ungewöhnlichen fotografischen Arbeitsweise versucht er, genau dieses Bedürfnis nach ungewöhnlichen neuen Bilder zu erfüllen. Es sind Bilder, die aus der Flut des digitalen Content herausragen.

Zwar ist Hympendahl ein moderner Mensch. Aber sein Blick auf seine Arbeit ist traditionell. Er will wertvolle Arbeit hinterlassen – Arbeit, die es darum auch nur in limitierter Auflage gibt.

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